Von Sklaven im alten Nordamerika bis zu tanzenden Film-Nonnen

Der renommierte Hofer Gospelchor "Joy in belief" feiert sein Zehnjähriges mit einem abwechslungsreichen Jubiläumskonzert in Bayreuth.

 
"Joy in belief", der Name des bekannten Gospelchores aus Hof ist Programm. Denn es ist gerade jene Freude am Glauben, die die Sängerinnen und Sänger um Marina Seidel den Zuhörern weitergeben wollen. Und das tun sie auf ihre ganz eigene unverwechselbare Art, gespickt mit dem nötigen oberfränkischen Charme - so auch bei ihrem großen Konzert zum zehnjährigen Jubiläum in der Bayreuther Stadthalle.
"Wir sind Gott unendlich dankbar, dass er uns hierher geführt hat." Dieses Bekenntnis der Chorleitern zog sich wie ein roter Faden durch das knapp dreieinhalbstündige Programm. Angefangen hatte alles schon 1996, als Marina Seidel bei einem Konzert der "Glory Gospel Singers" von Leadsängerin Jane Russell ermuntert wurde, selbst einen Gospelchor zu gründen.
In der Zwischenzeit hat sich "Joy in belief" aus den kleinen Anfängen heraus zu einem der bekanntesten Gospelchöre entwickelt, der zwei wertvolle Eigenschaften in sich vereint: einen schwungvollen und imposanten Chorklang und präzise Choreographien.


Unbekannte Stücke


Beim Jubiläumskonzert waren nicht nur die bekannten Stücke zu hören, sondern auch eher unbekannte Gospels und Spirituals, wie beispielsweise "Mary did you know". Nach dem populären Spiritual "Amazing Grace" entpuppten sich die Sänger und Sängerinnen als wahre Verwandlungskünstler, die sich im Laufe des Abends gleich viermal umzogen. Einmal präsentierten sie in schwarzer, festlicher Kleidung Gospels wie "I shall wear a crown" oder ein Medley mit "Oh happy day" und "Down by the riverside", dann in bunten afrikanischen Stoffgewändern die Ursprünge der Gospelmusik bei den Sklaven in Nordamerika. In Nonnenkleidung ließen sie den Film "Sister Act" wieder aufleben und beeindruckten bei Stücken wie "My God" und "I will follow him", ehe sie am Ende in ihren langen blau-gelben Gewändern noch einmal mit "echten" Gospels aufwarteten.
Langweilig wurde es an diesem Abend jedenfalls nicht, im Gegenteil: Bald hielt es die Zuhörer in der voll besetzten Stadthalle kaum mehr auf ihren Sitzen. Sie sangen und klatschten mit oder hörten gebannt dem warmen und sonoren Gesang des bekannten Bayreuther Gastsängers Charles Johnson und dem der Chorleiterin selbst zu.

Egal, ob Sister Act" oder afrikanische Rhythmen: Im Vordergrund der Lieder und der charmanten Moderation durch Marina Seidel und einen Chorsänger stand stets der Glaube an die Liebe Gottes, wie er auch in einem gesungenen Vaterunser zum Ausdruck kam.