Naturbühne Trebgast - Sisteract lässt grüßen

In einem mitreißenden Konzert hat der Hofer Gospelchor "Joy in Belief"
die Zuhörer in Trebgast begeistert. Über 500 Besucher sahen den Auftritt auf der Naturbühne.

Trebgast

    Die "Joy-Sisters" sind extra aus dem "St.-Joy-Konvent" angereist.
    Links im Bild Gitarrist Sebastian Hümmer und Chorleiterin Marina Seidel.
    Foto: Hübner

 

Trebgast

Wenn sich der Hofer Gospelchor "Joy in Belief" ankündigt, lassen sich die Trebgaster nicht zweimal bitten. Die Sitzplätze der Naturbühne waren ausverkauft, als die Musiker, Sängerinnen und Sänger von Chorleiterin Marina Seidel die Bühne betraten. Die "Joy-Fans" hatten sich auch vom Dauerregen und von den kühlen Temperaturen nicht vom Konzertbesuch abhalten lassen und ließen sich in die dunkle Kolonialzeit, in der viele Schwarzafrikaner aus ihrer Heimat verschleppt und in Nordamerika zum Sklavendienst gezwungen wurden, entführen. In der Kolonialzeit entstanden die Gospels und Spirituals. In diesen Liedern kam die ganze Sehnsucht nach Freiheit zum Ausdruck. Nur der Glaube an Gott ließ die Sklaven die Arbeit ertragen.

Verdi-Oper

Zwischendurch war, glockenhell, das "Va pensiero" des Gefangenenchors aus der Verdi-Oper "Nabucco" ein erster Höhepunkt. Von Anfang an agierten die Hofer mit einer solch rhythmischen Dynamik und Energie, dass die Zuschauer bereits beim zweiten Lied, "Down to the River", begeistert mitklatschten. Es dauerte keine zehn Minuten, dann war der Funke vom Chor aufs Publikum bereits übergesprungen.

"Joy in Belief", das ist in erster Linie Marina Seidel. Man sieht es an ihrer ungekünstelten Natürlichkeit: Das ist kein einfach heruntergespultes Programm, das kommt von Herzen und aus Überzeugung. Jeder spürt förmlich, dass ihr das Singen einfach Spaß macht. Und damit steckt sie unweigerlich ihre 25 stimmgewaltigen Sängerinnen und Sänger an. Immer wieder bezieht sie das Publikum mit ein.

Nach der Pause folgte der Auftritt der "Joy-Sisters" aus dem "St.-Joys-Konvent" mit einem Medley aus dem Musical Sister Act. Die Zuschauer waren regelrecht aus dem Häuschen. Wenn nicht alle aufstanden, dann lag das nur daran, dass viele in ihre Decken eingehüllt waren.

Auch Country-Songs

Ergriffen lauschte das Publikum Marina Seidel und Charles Johnson bei ihrem gefühlvollen Duett "The Prayer", um gleich danach bei "I have a Dream" von Abba wieder kräftig mitzusingen.

Dann outet sich Marina als Country-Fan, "weil das mit den Gospels sehr artverwandt ist", und bewies es gleich mit "Uncloudy Day", in dem "Pat und Patachon", Andreas Knieling und Armin Heinrich, als Solisten brillierten.

Als Zugabe übten die Hofer mit dem Publikum einen Gospelsong ein. Mit einem bedauerndem "oooh" begleiteten die Besucher Marina Seidels Ankündigung einer einjährigen Pause des Chors.

"Nach zehn Jahren brauchen wir eine schöpferische Pause, um über unser Programm nachzudenken und um neue Sachen in Angriff zu nehmen", erklärte die Chorleiterin. Sie kann sicher sein: Die Trebgaster Fans werden nach einem Jahr sicher wiederkommen.